Digitale Euro, Kryptowährung und die Bundestagswahl

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In einem Gastbeitrag erläutert Dr. Hugo Godschalk, Geschäftsführer der Unternehmensberatung PaySys, warum der digitale Euro eine demokratische Legitimation benötigt. Zudem analysiert der Payment-Experte, welche Haltung die Parteien in ihren Wahlprogrammen zum eEuro, zu Kryptowährungen und zum Bargeld beziehen. Weiterlesen

Wirecard: „Dafür habe ich noch keine Erklärung“

Will nichts gewusst haben: Ex-Wirecard-Vorstandschef Dr. Markus Braun als Zeuge vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss. (Foto: Bundestag / Simone M. Neumann)

Seit mehr als 15 Jahren beobachte ich die Payment-Welt mal aus der Nähe, mal aus der Distanz und schreibe hin und wieder etwas dazu. Über die Wirecard AG habe ich noch nie einen Satz geschrieben, nur einen Tweet im Jahr 2019, als Wirecard Kreditkarten-Acquirer von Aldi wurde.

Natürlich habe ich das Buch „Bad Company“ des ehemaligen Wirecard-Managers Jörg Leogrande verschlungen und natürlich habe ich mir die Podcasts von PaymentandBanking zu Wirecard angehört und lese zig Artikel zum Untersuchungsausschuss des Bundestages. Man will doch endlich erfahren, wie das funktionieren konnte – vom Schmutzfinken der Branche zum Dax-Konzern und zurück. Meine Zwischenbilanz zum Wirecard-Wahnsinn lautet allerdings wie die des FDP-Abgeordneten Dr. Florian Toncar im jüngsten FinTech-Podcast: „Dafür habe ich noch keine Erklärung“. Es sind noch viele Fragen offen.

Ein paar persönliche Bemerkungen zum Buch, zum Ausschuss und zur Wirecard AG. Weiterlesen

ibi-Zahlungsverkehrsforum 2021

Die neue Retail Payments Strategy der EU steht im Zentrum des Zahlungsverkehrsforums von ibi research am 10. März. Hochkarätige Payment-Experten referieren und diskutieren auf der ganztätigen, virtuellen Veranstaltung über die Zukunft des Massenzahlungsverkehrs in der EU. Braucht Europa ein „pan-europäisches Zahlverfahren“ und/oder eine digitale Währung? Quo vadis EPI, Instant Payments und Request to Pay? Vertreter aus Politik, Verbraucherschutz, Finanzwirtschaft, Handel und Aufsicht berichten aus ihrer Sicht über die aktuellen Entwicklungen und schätzen die strategischen Auswirkungen ein, darunter der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU), Dr. Felix Strassmair-Reinshagen (BaFin), Gerhard Bystricky (UniCredit) und viele mehr. Meine Wenigkeit wird das Vergnügen haben mit Martina Weimert (EPI Interim Company), Dr. Jürgen Schaaf (EZB), Ulrich Binnebößel (HDE) und Dr. Ernst Stahl (ibi) über die Retail Payments Strategy der EU zu diskutieren. Hier geht´s zur Anmeldung zum ibi-Zahlungsverkehrsforum.

Apples abenteuerlicher Angriff auf andere Apps

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Wenn der Gatekeeper sagt: „Du kommst hier nicht rein“ (Foto: Apple)

Am 1. Februar hat Apple ein Update seiner „App Store Review Guideline“ veröffentlicht und damit für Verunsicherung bei Betreibern von Finanz-Apps und munteren Diskussionen in der Payment-Blase gesorgt. Was will Apple mit dem neuen Paragraph 3.2.1. VIII bezwecken? Ist die Neuregelung eine hektische Reaktion auf die GameStop-Spekulationen bei Neo-Brokern, ein von langer Hand geplanter Angriff auf Multibanking- und Money-Management-Apps oder nur eine missverständliche Klarstellung? Weiterlesen

EU-Kommission diskutiert erneut über Kartengebühren

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager lässt über die Interchange-Verordnung diskutieren.

Am heutigen Montag veranstaltet EU-Wettbewerbskommissarin und Vize-Kommissionspräsidentin Margrethe Vestager ein virtuelles Hearing zur Regulierung der Gebühren für Kredit- und Debitkartenzahlungen. Titel: „The Interchange Fees Regulation in a rapidly evolving payment landscape: Impact and way forward„. Es geht um die Evaluation der EU-Verordnung zur Deckelung der Kartenentgelte (IF-VO) aus dem Jahr 2015.

Nach Ansicht des Handels, aber auch nach Auffassungen von Teilen der deutschen Bankenlandschaft müsste die IF-VO dringend nachjustiert werden. Denn Mastercard und Visa umgehen die gesetzliche Gebührenabsenkungen längst, wie eine aktuelle Studie von EuroCommerce belegen soll, die BargeldlosBlog vorliegt. Die verbliebenen nationalen Schemes in der EU – wie das deutsche Girocard-System – haben das Nachsehen, so die Kritik aus den Banken. Doch die Anhörung wird zu nichts führen. Die EU-Kommission ist gedanklich schon einen Schritt weiter – dabei allerdings vermutlich auf einem Holzweg. Weiterlesen

Podcast zur EU-Payment-Strategie

Ich war mal wieder zu Gast beim FinTech Podcast von Payment & Banking und habe mit den Payment-Experten Jochen Siegert und Kilian Thalhammer gut eine Stunde über die kürzlich veröffentlichte „EU Payments Strategy“ und meinen Blogbeitrag dazu diskutiert.

Wir haben uns insbesondere gefragt: (1) Ob Instant Payments wirklich das Allheilmittel auf dem Weg zu einem pan-europäischen Zahlverfahren sind? (2) Was aus dem „Lex Apple Pay“ wurde? (3) Wie es nach PSD1 und PSD2 nun mit Regulierungen aus Brüssel weitergeht.

Einig waren wir uns, soviel darf ich verraten, dass eine europäische Souveränität bei Zahlverfahren absolut wünschenswert wäre – auch angesichts der jüngsten Interventionen von Crazy Insane Trump bei TikTok, WeChat & Co. Und da hatten sich republikanische US- Senatoren noch gar nicht dazu aufgeschwungen, auch den Börsengang der Ant Group „verschieben“ zu wollen. Was die Dringlichkeit von Unabhängigkeitserklärungen seitens Old Europe ja nur nochmals unterstreicht.

Viel Spaß beim Zuhören. Mir war es ein Vergnügen, daher auf diesem Wege nochmals vielen Dank an Jochen und Kilian sowie an das Team von Payment & Banking!

Die EU-Payment-Strategie

Richtungsweisend: Die EU-Kommission hat ihre „Retail Payments Strategy“ festgelegt.

An diesem Mittwoch wird die EU-Kommission voraussichtlich ihre „Retail Payments Strategy“ vorstellen. Eine Vision, vier Säulen und 17 Maßnahmen („Key actions“) für die kommenden vier Jahre. „Once relegated to the back-office, payments have become stragically significant. They are the lifeblood of th European economy“, heißt es in der programmatischen Einleitung des 27-seitigen Papiers. Es wurde naturgemäß geleakt und liegt dem Recherchenetzwerk von Bargeldlosblog, Wendy und den „drei Fragezeichen Kids“ vor.

Die Kommission blickt darin mit Sorge auf die BigTechs und deren Ambitionen im Payment-Sektor Fuß zu fassen, „they may soon be offering disruptive payment solutions based on encryption and distributed ledger technology (DLT)„. Auch deshalb hat sich Brüssel viel vorgenommen und erwägt etwa eine gesetzliche Verpflichtung zur Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen, einen EU-Standard für QR-Codes, technische und regulatorische Unterstützungen für pan-europäische Zahlverfahren, ein „Lex Apple Pay Plus“ und vieles mehr. Weiterlesen

Bäcker belohnt Bargeldlos

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Novum: Rabatt für bargeldlose Zahlungen beim Bäcker.

Weil der kleine Tweet mit diesem Bild auf Twitter für meine bescheidene Reichweite so steil ging (388 Likes, 51 Retweets, 22 Antworten/Kommentare an einem Tag; mein Rekord), will ich das Foto den Lesern von BargeldlosBlog auch nicht vorenthalten. Tatort: Hannover HBF. Corona, das muss man dem blöden Virus lassen, treibt die Digitalisierung in vielen Bereichen voran – so zweifelsohne beim Bezahlen an der Ladenkasse und dort auch bei den BMW-Kunden (Bäcker, Metzger, Wirte). Die galten im Vertrieb der Netzbetreiber und Acquirer immer als sehr mühseliges und wenig lukratives Geschäft.

Wie es sich auf Twitter gehört, wurde ich natürlich auch gleich belehrt. Das sei ein Filialbetrieb, den ich bitte nicht als „Bäcker“ bezeichnen sollte. Sei es drum. Ich reibe mir noch immer ungläubig die Augen. 🙂

Kartellknacker gegen Kartellknacker

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Kartellknacker: Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.

Am Mittwoch wird der Präsident des Bundeskartellamts seine Jahresbilanz vorstellen und ich wette meine Girocard (ohne PIN), er wird die Gelegenheit nutzen, um die Verzögerung bei der Verabschiedung der 10. GWB-Novelle zu kritisieren. Das SPD-geführte Justizministerium verweigert dem Referentenentwurf aus dem CDU-geführtem BMWi nun schon seit knapp einem Jahr die Zustimmung in der Ressortabstimmung. Dabei soll die gut vorbereitete Novelle das „Grundgesetz der sozialen Markwirtschaft“ fit für das digitale Zeitalter machen, u.a. mit einem eigenen GAFA-Paragraph (§ 19a GWB), der die stetig wachsende Markmacht der BigTechs einigermaßen bändigen soll. Hintergrund der BMJV-Blockade ist sachfremdes Koalitionsgeschacher. Sandkastenspiele, wie Justus Haucap jüngst kritisierte und selbst der oberste deutsche Verbraucherschützer, Klaus Müller, wird mit dem Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz ungeduldig. Kein Wunder: Allein die epische Schlacht zwischen dem Fortnite-Entwickler Epic Games (Streithelfer: Microsoft) und dem „großen Bruder“ Apple zeigt, wie wichtig und hochspannend kartellrechtliche Ordnungspolitik aktuell ist bzw. wäre. Wir leben in spannenden Zeiten, jeder Tag ist „Day One“ – auch für das GWB.

tl;dr: Das Bundeskartellamt verweigert den Opfern des Girocard-Kartells Akteneinsicht und wurde deshalb nun vom Verwaltungsgericht Köln dazu verurteilt. Die Behörde geht in die Berufung.

And now to something completely different: Zu einem anderen hochspannenden Thema wird Herr Mundt am Mittwoch vermutlich nichts sagen, denn in diesem Fall will sich das Bundeskartellamt seltsamerweise nicht in die Karten schauen lassen. Es geht um das Girocard-Verfahren, Kartellschäden, das Verhältnis von public und private enforcement, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) sowie um (kartellbedingt überhöhte?) Gebühren für EC-Karten-Zahlungen. Das Kartellamt verweigert Kartellopfern Einsicht in die Akten des Verfahrens gegen die Deutsche Kreditwirtschaft und wurde nun vom Verwaltungsgericht Köln dazu verurteilt. Hier streiten Kartellknacker gegen Kartellknacker. Weiterlesen

Fortnite streitet gegen Apple

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Episch: Fortnite nimmt den Kampf gegen die BigTechs Apple und Google auf. (Foto: Fortnite)

Wer den Payment-Prozess kontrolliert, kontrolliert die Wertschöpfungskette. Wer den AppStore kontrolliert, kontrolliert den Payment-Prozess (frei nach George Orwell). Anders gesagt: Was nutzt das schönste datengetriebene Geschäftsmodell, wenn es sich am Ende nicht monetarisieren lässt? Was nutzt die tollste App-Lösung ohne Zugang zum Kunden?

Der aktuelle Streit zwischen dem Fortnite-Betreiber Epic Games und Apple zeigt, welche zentrale Bedeutung das Payment in der digitalen Wirtschaft spielt. Vergesst die „Daten sind das Öl“-Binse, das Payment ist die Pulsader. Die Auseinandersetzung zwischen dem Spieleentwickler und Apple sowie Google hat das Zeug zu einer epischen Schlacht – und er kommt für die beiden BigTechs zur Unzeit. Weiterlesen

EPI hat Startschwierigkeiten

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EPI: Wann startet die European Payment Initiative durch?

Eigentlich sollte heute eine Pressemitteilung den Start von EPI verkünden. Der Entwurf „to be reviewed by EBI Banks“ liegt BargeldlosBlog vor. „Eine Gruppe von 16 europäischen Großbanken aus fünf Ländern (Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien und den Niederlanden) startet heute die erste Implementierungsphase der European Payment Initiative (EPI)“, heißt es darin. Doch die deutschen Banken stellten sich offenbar quer und wollen erst einmal vier zentrale Punkte geklärt haben, bevor sie sich mit dem Annoucement aus dem Fenster legen. Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben von Commerzbank, Deutsche Bank, DSGV und DZ Bank hervor, das BargeldlosBlog ebenfalls vorliegt. Weiterlesen

EU-Kommission will Kartengebühren nicht weiter regulieren

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End of road: Das Ende der Straße, jedenfalls für die nächsten Jahre. Der Kommissionsbericht zur MIF-VO.

American Express, Visa und Mastercard können entspannt aufatmen. Die EU-Kommission hat heute ihre Bilanz zur Interbankenentgeld-Verordnung (MIF-VO) von 2015 und der damit einhergehenden Deckelung der Kredit- und Debitkartengebühren auf 0,3 Prozent bzw. 0,2 Prozent vom Umsatz veröffentlicht. Der in der MIF-VO vorgeschriebene Bericht an EU-Rat und EU-Parlament enthält keinen Vorschlag zu einer weiteren Regulierung der Kartenbranche. Die Handelslobbyisten von EuroCommerce reagieren enttäuscht. Bei den Kreditkartenorganisationen und mancher Bank dürften dagegen die Sektkorken knallen. Mit einer regelrechten Gutachterschlacht hatten beide Seiten versucht, die Kommission auf den rechten Pfad zu bringen. Derweil zeigen die aktuellen Zahlen des EHI Retail Institute erwartungsgemäß: Der Siegeszug der unbaren Zahlungsmethoden an den Kassen des Handels schreitet ebenso stetig wie unaufhaltsam voran. Und dabei sind die zuverlässigen Zahlen aus Köln noch aus der Zeit „BC“ – „before Corona“. Weiterlesen

EU-Kommission ermittelt (endlich) gegen Apple Pay

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„That doesn’t exclude in the future that we will have a second look“, Vestager 12/2018 (Foto: EU-Kommission; Claudio Centonze)

Margrethe Vestager takes a second look. Die EU-Wettbewerbskommissarin und Vizepräsidentin der EU-Kommission hat eine kartellrechtlich Untersuchung gegen Apple eingeleitet. Noch im Dezember 2018 sah Brüssel von Ermittlungen ab, weil Apple Pay keine „marktbeherrschende Stellung“ im mobile Payment-Markt habe. Aufgrund der wachsenden Bedeutung von mobilen Zahlungslösungen, nicht zuletzt angefeuert durch die Corona-Krise, denkt die Kommission nun aber um und sieht nach einer „vorläufigen Prüfung“ Handlungsbedarf. Und auch in den USA spricht man angesichts der Praktiken von Apple mittlerweile von „highway robbery„. Weiterlesen

Wer haftet für missbräuchliche NFC-Karten-Zahlungen?

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Im Trend: Kontaktlos Bezahlen (Foto: BVR)

Der Europäische Gerichtshof muss sich – wie berichtet – mit der Frage befassen, ob eine Bank die Haftung für missbräuchliche Zahlungen mit kontaktlosen Karten bis zur Grenze von 25 Euro auf ihre Kunden abwälzen kann. So sehen es die AGB der Deniz Bank in Österreich vor. Am Donnerstag hat der Generalanwalt seine Schlussanträge zum Fall vorgelegt. Hier die Zusammenfassung des frisch veröffentlichten Votums. Weiterlesen